Auftakt zu neuer Konzertreihe mit wenig Gegenliebe und Höhepunkten

Am 28. Februar hatte das E-Werk bzw. der Verein Kulturkraftwerk Zossen zu einem Klein-Festival (our nights of mayhem) bzw. Konzert von vier regionalen Bands geladen, das – wie bereits hier berichtet – den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Konzerten im ehemaligen E-Werk von Zossen bilden sollte.

Neugierig durch die Tatsache, dass endlich mal Konzerte, die annähernd in „eine meiner Richtungen“ – grob: Metal – gehen, direkt in meiner Umgebung stattfinden, habe auch ich an diesem Abend den Weg ins E-Werk gefunden. Zusätzlich animiert durch einen guten Bekannten, der die angekündigten Headliner ARISE bereits kennt. Da ich mich nicht für alle Genres innerhalb des Metal interessiere, sagten mir persönlich allerdings alle vier Band nichts.

MusicloadAm Eingang wurden wir bereits überrascht, indem wir 7,50 EUR Eintritt zahlen sollten, was wir mir leichter Verwunderung taten. Eigentlich hatte ich angenommen, dass diese kleine Verzehrkarte, die ich erhielt, ach für Verzehr gedacht war. Leider musste ich mich belehren lassen, dass ich da falsch lag und ich dafür keinen Softdrink erhalte, da es sich lediglich um die Eintrittskarte für den Abend handelte. Ich dachte, der Stempel auf meinem Handgelenk hätte diese Aussage… Egal.

Der Konzertsaal des E-Werks – den ich seit mehreren Jahren nicht mehr betreten habe – wirkte an diesem Abend sehr geräumig. Zum einen dadurch, dass die Veranstalter die Bühne in eine Ecke des Konzertsaals verlagert hatten, statt sie – wie früher – zentral aufzubauen. Zum anderen dadurch, dass einfach sehr wenige Zuhörer anwesend waren. Ich würde ich Gästezahl insgesamt auf ca 100 bis 150 Personen schätzen wollen.




Allem Anschein nach war diese Menge vor allem den jungen Herren und der Dame von CRY OF DISMAY zu verdanken, die als Lokalmatadoren wohl nebst Eltern auch eine Anzahl von Mitschülern und Freunden hat mobilisieren können. Leider vermochten sie allerdings nicht, sie alle dazu zu motivieren, sie lautstark direkt vor der Bühe zu supporten. Dort sammelte sich lediglich ein recht übersichtliches Grüppchen von Unterstützern. Nach einigen eigenen und mehreren Cover-Stücken war der Gig auch recht schnell zu Ende. Wirklich begeistern konnte die Band – die außerordentlich schlecht abgemischt wurde – allerdings nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich die Akteure mit wachsender Erfahrung vielleicht auch erfolgreich fortentwickeln werden.

Im Anschluss betraten BEAUTY IS THE END die Bühne und versuchten den Fehler ihrer „Vorband“ nicht selbst zu machen. Sie opferten einige Zeit dafür, um einen ausgiebigen Soundcheck zu machen. Wirklich zufrieden konnten aber weder Band noch Publikum nach Ende des Auftritts mit der Abmischung sein. Für ein wenig Erheiterung sorge allerdings Frontmann „KOH-I“ der mit einer kleinen Rap-Einlage ein kurzfristiges technisches Problem überbrückte. Auf Grund des Exotenstatus, den der Stil des „Screamo-Core“ selbst in der Metal-Szene hat, konnte die Band auch nur wenige der noch anwesenden Gäste wirklich mitreißen. Der Platz vor der Bühne hatte sich inzwischen merklich geleert. Ich persönlich konnte mit den Werken überhaupt nichts anfangen. Aber Musik ist ja bekanntlich Geschmacksache, über die man nicht streiten solle 😉

Während des Gigs erfuhr ich nebenbei – durch einen sehr… naja sagen wir mal… mitteilsamen und aufdringlichen… Reporter bzw. Journalisten, dass der geplante Hauptact des Abends – die Band Arise – nicht auftreten werde, da die Front-Frau erkrankt sei. Ich muss schon gestehen, dass nicht nur ich ziemlich blöde aus der Wäsche guckte, als ich dies so nebenbei von einem „Außenstehenden“ erfuhr.

Sullen Eyes SoreNun ja, nun konnte ich also nur noch auf eine Band hoffen, die ich bis zu dem Tag noch nicht kannte. Auch wenn SULLEN EYES SORE anzumerken war, dass die eigene Motivation für den Auftritt eher..dürftig..war, so wollten sie wohl den Veranstalter nicht hängen lassen. Auch bei Zwischen-Statements konnten wir die Verbundenheit mit dem Veranstalter direkt vernehmen.

Ich muss gestehen, dass SULLEN EYES SORE die echte positive Überraschung des Abends für mich waren und der Grund, dass ich nachher doch nicht bereuen musste, hin gefahren und dort geblieben zu sein. Mit einer gelungenen Mischung aus Death- und Nu-Metal mit einigen Berührungen zum Hardcore verstanden sie es, die wenigen verbliebenen Zuhörer zu einem großen Teil zu begeistern. Ich war einer davon 😉
Gerne habe ich auch zugegriffen, als Promo-CDs verteilt bzw. ausgelegt wurden. Damit kann ich hier schon mal eine kleine Rezension vorankündigen 😉

Ich wünsche dem Verein für künftige Konzerte auf jeden Fall ein besseres Gelingen und ein viel größeres Publikum. Eigentlich ist es ja auch schade, dass kaum Veranstaltungen aus dem subkulturellen Bereich den Weg raus aus Berlin finden.

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1 Kommentar

  1. Screamo ist m.E. nach kein Exot mehr, wenns auch aus ner ganz anderen Szene kommt (Hardcore und v.a. Emocore) – da hat es aber über die letzten 2 Jahre viele Freunde gefunden mit Bands wie die von mir sehr geschätzten From Autumn To Ashes oder auch, etwas softer, Funeral For A Friend. Das es dich als Metal-Fan aber nicht angesprochen hat, kann man schon aus dem ganz unterschiedlichen Genre erklären.

    Mir selber haben Beauty is the End irgendwie noch besser als Sullen Eyes Sore gefallen – was die lokalen Vorstreiter angeht: Schön wäre, wenn sie halt mehr ihren eigenen Stil kreieren könnten. Coverversionen können etwas schönes sein, wenn man merkt, dass da eine Neuinterpretation vorhanden ist, eigene Gedanken mit einfließen. So machte es eher den Eindruck, als ob die Jungs (und das Mädel) zeigen wollten, dass sie Instrumente spielen konnten, was durch die, wie du schon angemerkt hast, grauenhafte Abmischung leider auch noch deutlich misslang.

    Ich bin aber auf jeden Fall gespannt, welche Bands sich als nächstes vorstellen!

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